I am Alive – frohes Jahr 2012!

Den Titel des Spiels könnte ich auch gleichzeitig für diesen Blog verwenden. Nach langer Pause schreibe ich auch hier mal wieder was rein. Tadaaa! Ein frohes neues Jahr.

In der Zeit ist wieder einiges geschehen, aber ich nehme meinen ersten Eintrag im Jahr 2012 gleich zum Anlass, um über das Spiel „I am Alive“ zu schreiben. Eigentlich war es ja eines der Spiele, über das man schon ein wenig gespaßt hatte. Der Name wurde zum Aufhänger vieler Artikel die sich fragten: Ist das Game tatsächlich noch am Leben? Ich hatte mich das damals auch gefragt: Was wurde eigentlich aus I am Alive?

Die Entwicklungszeit und die Ankündigung lagen ziemlich weit auseinander, was  auch auf die unterstchiedlichen Qualitätsauffassungen des damaligen Entwicklers und Ubisoft zutraf. Die Ziele und das Konzept wurden noch einmal komplett neu definiert. Das Ergebnis sah ich nun live. Bemerkenswert war vor allem, dass das Game, trotz der Verschiebungen und den Schwierigkeiten, nicht von der Presse abgewatscht, sondern eher mit Neugier beobachtet wurde. Lag wohl auch an den Bildern die man im Vorfeld zu sehen bekam. Und der Teaser Trailer versprach auch einiges.

Ezio, Silent Hill und etwas I am Legend

Es ist Endzeitstimmung in der Welt von I am Alive. Der Protagonist ist auf der Suche nach seiner Familie und muss deshalb zu Fuß durch eine von Umweltkatastrophen zerstörte Welt wandern. Eigentlich war er nur vier Tage weg, doch das reichte aus, um ein fiktionales Amerika in Schutt und Asche zu legen, Weltmeere zu verschieben und die nationale Ordnung völlig aus den Fugen zu heben. Kurzum: Alles ist im Eimer. Nach gut einem Jahr Wanderschaft durch eine zerstörte Welt kommt unser Held dann endlich wieder nach Hause in die fiktive Stadt Haventon. Dort angekommen muss er nun seine Tochter und seine Frau finden.

Die Optik des Spiel erinnert mich stark an Silent Hill 2. Über der ganzen Szenerie liegt ein gauscher Schleier, der das Bild leicht verpixelt darstellt und alles etwas schmutzig wirken lässt. Was bei Silent Hill 2 als eine Art Stilmittel diente, hat in I am Alive den Ursprung, dass der Protagonist alles mit einem Camcorder aufzeichnet. Man ist quasi Beobachter und Akteur zugleich. Für mich wirkte das wirklich sehr gut, da Sound, Optik und Szenenbild wirklich authentisch rüberkamen. Besonders wenn man bedenkt, dass I am Alive ein Download-Titel für PlayStation Network and Xbox Live Arcade sein wird.

Anders als in anderen Survival-Spielen, wird man allerdings nicht mit Waffen und Munition zugeschüttet, sondern muss sich alles genau einteilen. DLC-Spiele haben ja mittlerweile den Ruf zu den eher schwereren Games zu zählen und da soll auch I am Alive ganz vorne mitspielen. Wer gewohnt draufgängerisch durch die Level rast und mit dem Kopf durch die Wand will, ist hier fehl am Platz. I am Alive zwingt einen geradezu langsam zu machen, sich die Umgebung anzusehen und sein Vorgehen zu planen. Unser Protagonist muss nämlich auch eine ganze Menge klettern, denn begehbare Straßen gibt es schon lange nicht mehr viele und so hangelt sich der Mann  fast schon wie ein Assassine über die Runien. Natürlich sieht das alles nicht so geschmeidig aus wie bei Ezio und Co., aber ich fühlte mich sofort an Assassin’s Creed erinnert. Unser Held kann alldersings nicht Ewigkeiten klettern. Unser Held ist eher ein „Normalo“ und verbraucht Energie beim Klettern, Rennen oder im Kampf. Ist eine Kletterpartie mal zu lang, kämpft man schon mit der Kraft und kann dann auch in die Tiefe stürzen.

Generell gesehen muss man sagen werden Storyelemente aus I am Legend (nur ohne Zombies) und Gameplay-Elemente aus Spielen wie Assassin’s Creed und Silent Hill zu einem wirklich interessanten Spiel zusammengeknüpft. Man will wissen was passiert ist und die dichte Atmosphäre macht das Spielgefühl noch umso stärker. Es ist beklemmend, manchmal auch roh und wenn man sich drauf einlässt, gewinnt man immer mehr eine Sensibilität für diese Spielwelt. Durch die Tatsache, dass unser Held auch eher ein ganz normaler Mensch ist, der nicht jeden retten kann und auch mal hilflos unangenehmen Situationen gegenübersteht, wird man noch etwas mehr mit seinem Charakter zusammengeschweist. Man bekommt es auch immer wieder von den Entwickler aufgezeigt: Du bist nicht Superman!

Eine Mischung die aufgeht?

I am Alive verspricht Spannung wenn das Spieldesign abweslungsreich bleibt

I am Alive verspricht Spannung wenn das Spieldesign abweslungsreich bleibt

Allerdings musste ich auch einiges bemängeln. Der Schwierigkeitsgrad ist bewusst hoch angesetzt und das ist ok. Allerdings gibt es Momente, in denen man ziellos umher irrt, da sich die Karte immer nur dann aktualisiert, wenn man direkt vor einem Hindernis steht. Kommt man in die Bedrängnis schnell vor einem Sandsturm zu flüchten, kann es schon mal vorkommen, dass man darin umkommt. Für diese Momente gewährt das Spiel einem zwar Speicherpunkte, die nah an der Todesstelle liegen, aber mich frustriert sowas immer recht schnell, da das Scheitern aufgrund eines Faktors basiert, den ich nicht beeinflussen kann und der auch nichts mit meinem Spielkönnen zu tun hat. Ich scheitere einfach deshalb weil das Spiel es so will – try and error. Nichts für mich auf dauer.

Auch die Mischung der Aufgaben wird für mich stark vom Spielspaß abhängen. Neben den Kletterpartien begegnete man auch immer wieder Leuten, die entweder ängstlich, aggressiv, freundlich oder abweisend sind. Nach meinem ersten Eindruck reagierten viele Charaktere aber etwas zu aufgesetzt.

Ein Beispiel: Ich begegne einer Gang, die  mich verprügeln will. Erst rennen sie auf mich zu, dann ziehe ich die Knarre (ohne Munition, aber egal, vielleicht fallen sie drauf rein), sie weichen zurück (glück gehabt, es hat geklappt). Ich stecke danach die Knarre ein, sie rennen wieder auf mich los. Logisch? Etwas zu plump für meinen Geschmack und diese radikalen Reaktionen bemerkte ich häufiger im Spiel. Daraus ergaben sich aber auch ganz nette Situationen in denen ich abwägen musste ob ich die Leute gleich angreife, meine Pistole als Fake einsetze oder weglaufe. Sehr schön kommt das wenn die Charaktere hinter dir herrufen „nicht laufen!“.

Spannend sind diese Konfrontationen jedoch immer irgendwie. Zumal sie auch immer mit netten Zwischensequenzen begleitet werden. Und man sollte auch immer im Hinterkopf behalten, dass I am Alive ein DLC-Spiel ist und für diesen Umfang und von der Aufmachung her wirklich toll rüberkommt.

Für mich wird viel von der Aufgabenverteilung und der Glaubwürdigkeit der Charaktere abhängen. Spielerisch wird es knackig sein, aber solange man es nicht als unfair bezeichnen kann, sollten dem Spiel Bestnoten schon sicher sein. Und ich bin gespannt, was diesmal den Weltuntergang hervorgerufen hat…

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