Urlaub auf Dead Island


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Endlich Urlaub. Was hat mich dieses Werbevideo auch neugierig gemacht. Das sah schon interessant aus. Strände, Bars, schönes Hotel und Zombies. Da haben die Marketing-Leute schon was richtig gutes auf die Beine gestellt.

Allerdings habe ich nicht angenommen, dass es tatsächlich an den grandiosen Trailer anknüpfen kann.

…Moment, es geht gleich wieder…dieser Trailer rührt mich immer noch zu Tränen.

Aber das ist eben auch die Gefahr: Wenn Entwickler Techland ein so geniales Video veröffentlicht, schlagen die Erwartungen natürlich hoch. Tiefgang hatten einige erwartet, stattdessen gibt es aber solide Action-Kost mit starkem Slasher-Einfluss. Mir als Left 4 Dead-Fan war es quasie schon ein persönliches Anliegen, dieses Dead Island zu besuchen.

Inhaltlich mischen die Autoren Zutaten aus Filmen wie I am Legend, Dawn of the Dead und 28 Days Later zusammen und schaffen so ein atmosphärisches Szenario. Natürlich geht es auch in Dead Island wieder um einen mysteriösen Virus, der aus harmlosen Urlaubern fleischfressende Zombies macht. Und eine kleine Gruppe Überlebender muss sich deshalb einen Fluchtweg von der Insel Banoi zurechtlegen. Das Bild der schlurfenden Untoten ist dabei ein recht einfaches: Anfallen und Fressen. Intelligent sind sie nicht und sie folgen auch keinen Hierarchien innerhalb ihrer eigenen Gruppe – simpel gestrickt also.

Praktischerweise ist mein Charakter gegen diesen Virus immun. Super, ich kann nicht sterben. Naja, doch irgendwie, aber das ist dann kein Spieltod im eigentlichen Sinne, sondern mehr ein respawn innerhalb von fünf Sekunden zum letzten Speicherpunkt. Das macht mich jedoch auch gleichzeitig zum Auserwählten. Denn von nun an heißt es: Geh du mal raus und besorg dies und das. Interessant ist dabei die detaillierte Charakterdarstellung. Jeder der vier wählbaren Hauptcharaktere hat eine breite Hintergrundgeschichte. Schade ist nur, dass man selbst als weiblicher Charakter im Spiel mit „Kumpel“ angespochen wird. Im normalen Spielverlauf merkt man diese Charakterunterschiede also nicht besonders.

Paddel statt Uzi

Was mir bereits am Anfang sehr gut gefiel, war die Tatsache, dass es keine Waffen im ursprünglichen Sinne gibt. Es liegt nicht  zufällg in einem Geräteschuppen eine Uzi oder dergleichen. Da muss schon mal ein Paddel oder eine rostige Stange herhalten, die nach intensiver Benutzung auch kaputt geht – toll!

So schlag ich mich also durch ein wahrhaft paradisisches Setting. Palmen, Strand, Pool – alles sieht einladend aus. Die schöne Atmosphäre, die hinzu noch perfekt von der Soundkulisse untermalt wird, ist ein erfischendes Gegenstück zum sonst so trostlosen Endszenario in verwüsteten Städten. Doch vor allem abseits der sonnigen Strecken, in den dunklen Gängen oder Korridore, geht der Puls hoch. Hier wird mit dem Gefühl der Einsamkeit gearbeitet. Während ich mich in Left 4 Dead auf meine Truppe verlassen habe (auch wenn die CPU-gesteuerten Mitglieder etwas trottelig waren), bin ich in Dead Island alleine mit meiner Taschenlampe unterwegs. Ein Alan Wake unter Zombies OHNE nennenswerte Waffen.

All inclusive

Entwickler Techland zieht seine Linie durch und das finde ich gut. Mit Rollenspiel-Einflüssen wie Talentbäumen, Waffenmodifikationen und unheimlich vielen Nebenquests lohnt sich für mich das Spiel auf jeden Fall. Nebenbei bemerkt laufe/fahre ich unheimlich gerne einfach mal so über die riesige Insel. Aber leider kann man die technischen Probleme nicht wegdenken. Mir ist auf der Konsole zwar bisher nur einmal ein bug aufgefallen (an dem Punkt wo ein Auto stehen sollte, stand anfangs keins), aber ich kann durchaus die PC-Spieler verstehen, bei denen manche Fehler öfter vorkamen.

Mein Urlaub im Dead Island Ressort war jedoch gut. Es ist allerdings auch mein einziger in diesem Jahr…egal. Ich habe mich gut amüsiert und meiner Meinung nach hat Techland ein wirklich aufwendiges Survival-Horrorspiel geschaffen. Manche Gleichstellung mit Fallout 3 konnte ich anfangs nicht nachvollziehen, doch je länger ich spielte, umso hübscher war dieser Vergleich. Zwar handelt es sich bei Dead Island um ein Action-Spiel mit Rollenspielelementen, doch die Spieltiefe ist der eigentliche Schwerpunkt. Und mit Zombies am Strand zu liegen hat schließlich auch etwas exotisches.

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